Der LKW-Verkehr auf der Berliner Straße ist jetzt schon für die Anwohner eine Belastung. Sollte die B288 zur Autobahn ausgebaut werden, würde der Lärmpegel weiter ansteigen. Davor warnt jetzt CDU-Fraktionsvorsitzender Wilfrid Fabel. Foto: Wienand
Lärmschutz für die Autobahn 57 - ein Thema, welches Politik und Bürger seit vielen Jahren beschäftigt. Der Stadtrat beschloss eine Tunnellösung. Davon nimmt CDU-Fraktionsvorsitzender Wilfrid Fabel nun Abstand. Er bevorzugt eine kostengünstigere Alternative. Außerdem warnt er vor der Umwandlung der B288 in eine Autobahn.
Krefeld (J.Z.). Wilfrid Fabel rollt den Ausbau der Autobahn 57 neu auf. Die vom Stadrat bereits verabschiedete Tunnel-Lösung ist für den CDU-Fraktionsvorsitzenden kein Thema mehr. Der Grund: die zu hohen Kosten. Insgesamt 550 Millionen Euro würden für den Tunnel samt Folgekosten auf dem 5,4 Kilometer langen Teilstück zwischen Gartenstadt und Oppum fällig. Im Verkehrswegeplan des Bundes seien hierfür allerdings nur 150 Millionen Euro eingeplant. „Ich sehe nicht, wie wir die restlichen 400 Millionen zusammenbekommen sollen“, sagt Fabel und regt an, „über Alternativen nachzudenken“. Sein Vorschlag: Lärmschutz für die Strecke zwischen den Kreuzen Kamp-Lintfort und Meerbusch inklusive einer Einhausung (oberirdischer Tunnel in Leichtbauweise) zwischen den Krefelder Anschlussstellen Gartenstadt und Oppum. 420 Millionen Euro würde dieses Projekt laut einer Berechnung der Ingenieurgruppe für Verkehrswesen und Verfahrensentwicklung aus Aachen kosten. Fabel weiß auch schon, wie er diesen Betrag stemmen will. „Die Mautgebühren, die auf dieser Strecke, wo wir belastet werden, eingenommen werden, sollten dazu verwendet werden, um für uns vernünftigen Lärmschutz zu schaffen“, fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende. Vorsichtig geschätzt würden so insgesamt 230 Millionen Euro zusammenkommen, die in den Ausbau der A 57 fließen sollen. Fabel hält auch eine Partnerschaft mit einem privaten Investor für denkbar. Dieser könnte das Projekt finanzieren und als Vermieter auftreten. Fehlen würden dann immer noch 40 Millionen. „Aber wenn es möglich war, wegen Kammmolchen einen Tunnel für die A 44 zu bauen, sollte dies hier in Krefeld ja wohl kein Problem sein“, urteilt Fabel. In den ursprünglichen Planungen für den Ausbau der A 57 war übrigens lediglich das 16,7 Kilometer lange Teilstück zwischen dem Kreuz Moers und Meerbusch vorgesehen. Dies reicht Fabel ebenfalls nicht aus. „Die A 42 dient als Entlastung für die A 40, wenn es sich dort staut“, lautet seine Begründung für eine Erweiterung bis zum Kreuz Kamp-Lintfort. Unterstützung erhofft sich der CDU-Fraktionschef von den Krefelder Bundestagsabgeordneten, die am 13. September in Berlin mit Staatssekretär Enak Ferlemann über den Autobahnausbau sprechen werden. „Ich erwarte, dass sich alle, egal welcher Couleur, im Sinne der Stadt einsetzen werden.“ Gegenwind kassierte Fabelsowohl von Oberbürgermeister Gregor Kathstede, als auch vom politischen Gegner. Beide Seiten wollen an der Tunnellösung festhalten. Auch das Bundesverkehrsministerium macht Fabel einen Strich durch die Rechnung: „Eine punktgenaue Zuweisung von Mauteinnahmen und die Verbauung der eingenommenen Summe auf genau diesem Streckenabschnitt ist nicht möglich", heißt es,
Zweite Autobahn
Emotional reagiert Fabel auch auf die Planungen des Landesbetriebs Straßen. Die B 288 (Berliner Straße/Krefelder Straße) soll bis nach Duisburg zur Autobahn ausgebaut werden. „Das ist absoluter Irrsinn“, schimpft Fabel. „Eine zweite Autobahn, die durch Krefeld führt: So etwas kann nur in Köpfen von Menschen geboren sein, die noch nie in Krefeld waren.“ Sein Gegenvorschlag: Eine Südanbindung der A 57 von Oppum aus über den Rhein. Probleme sieht Fabel darin, dass „zwei kleine Zipfel“ des Latumer Bruchs tangiert würden. „Aber Kammmolche sind für mich weniger schützenswert als Menschen“, stellt Fabel klar, der sich bewusst ist, dass er Widersprich erfahren wird.
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