Obere Reihe von links: Dr. Dirk Niezold (Mannschaftsarzt), Dr. Martin Wazinski (Mannschaftsarzt), Marvin Tepper, Dusan Milo, Andreas Driendl, Marc Schaub, Pascal Trepanier, Patrick Hager, Michael Endraß, Jos Beulen (Physiotherapeut), Martin Dini (Physiotherapeut); Mittler Reihe von links: Christian Menningen (Betreuer), Michail Kozhevnikov, Benedikt Schopper, Philip Riefers, Pascal Zerressen, Charlie Stehpens, Justin Kelly, Sinan Akdag, Jan-Robin Heinrich, Paul Albers; Untere Reihe von links: Daniel Pietta, Roland Verwey, Danijel Kovacic, Reemt Pyka (Co-Trainer), Herberts Vasiljevs, Rick Adduono (Trainer), Scott Langkow, Boris Blank, Richard Pavlikovsky. Foto: Wienand
Mit dem ersten Heimspiel der Saison 2010/2011 beginnt am Sonntag für die Krefeld Pinguine die Mission „Fans anwerben“. Angesichts der chronisch klammen Finanzlage wollen und müssen die Schwarz-Gelben mit sportlich ansprechenden Leistungen die Ränge des KönigPalastes füllen.
VON JÖRG ZELLEN
Krefeld. 168 Tage sind seit dem letzten Heimspiel im KönigPalast vergangen. Mit einem 7:1-Erfolg über die mittlerweile aus der DEL verbannten Kassel Huskies verabschiedeten sich die Pinguine von den eigenen Fans und der recht ernüchternden Spielzeit 2009/2010. Während der Play-offs waren die Krefelder Kufencracks zum Zuschauen verdammt. Dies soll sich in diesem Jahr ändern. Am Sonntag Abend nun kehren die Schwarz-Gelben zurück auf das Eis im KönigPalast. Nach einer aus sportlicher Sicht mehr als zufriedenstellenden Vorbereitung, in der die Mannschaft von Trainer Rick Adduono alle sieben Testspiele gewann, müssen die Pinguine zwingend einen guten Start in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erwischen. Und dies nicht nur, um am Ende der Saison den Play-off-Rängen nahe zu sein. Viel wichtiger ist die langfristige Sicherung des Krefelder Profi-Eishockeys. Eben dafür ist diese Spielzeit eine richtungweisende. Denn die Gesellschafter werden sich genau ansehen, wie rege das Interesse der hiesigen SportFans am „Produkt Pinguine“ ist. Aufsichtsratsboss Wilfrid Fabel machte bereits mehrfach deutlich, dass im Falle eines wirtschaftlich schlechten Abschneidens nach dieser Saison Schluss sein könnte. „Wir Gesellschafter haben noch einmal 650 000 Euro nachgeschossen. Dies können und wollen wir künftig nicht mehr.“ Wie Fabel berichtet, liegen die Werbeeinnahmen bei 2,1 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 2,8 Millionen. Der Wegfall von Hauptsponsor RWE macht sich hier bemerkbar. Der Gesamtetat für diese Saison beträgt 4,1 Millionen Euro (2009: 4,5 Millionen). Die Personalkosten werden laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden l mit 2,7 Millionen Euro beziffert. „Darin sind allerdings nicht nur die Spieler, sondern auch alle weiteren Kosten für Angestellte etc. enthalten.“ Kalkuliert wird durchschnittlich mit 3500 Besuchern pro Heimspiel. Allerdings macht Fabel keinen Hehl daraus, dass langfristig mehr Fans die Drehkreuze des KönigPalastes passieren müssen. Dies sieht auch der neue Geschäftsführer Robert Haake so: „Wir wollen die Zuschauer wieder für Eishockey begeistern“, sagt er. Aus diesem Grund lautet das Motto der Schwarz-Gelben auch „Ein Stück Krefeld - wir wollen Eishockey.“ Sportdezernent Gregor Micus, selbst bekennender Fan der Pinguine, ist davon ohnehin schon überzeugt: „Fußball ist die Einstiegsdroge für Eishockey“, erklärte er in dieser Woche. Bleibt zu hoffen, dass dies viele Krefelder genauso sehen und zahlreich zu den Heimspielen in den KönigPalast pilgern.